Kapellen Bischofsreut
St. Wolfgang
Mit der Kapelle in der Nähe des Volksfestplatzes wurde in den Jahren 1996/97 ein besonderes Kleinod geschaffen.
Auf maßgebliche Initiative von Franz Weiboltshamer wurde am 21. Oktober 1995 der Kapellenverein der Dorfgemeinschaft Bischofsreut gegründet. Ziel des Vereins sollte der Neubau einer Dorfkapelle in Bischofsreut sein. Als Denkmal zum Abschluss der über 20-jährigen die Flurbereinigungsarbeiten wurde die Kapelle schließlich gebaut und am 28. September 1997 durch Herrn Altbischof Dr. Antonius Hofmann dem Heiligen St. Wolfgang geweiht.
Als Bauherr und Besitzer ist der Kapellenverein für den Unterhalt und die Pflege verantwortlich.
Die Fenster der Kapelle wurden von der Glaserei Dersch nach einem Entwurf von Rupert Berndl aus Waldkirchen gefertigt. Im linken Seitenfenster ist das alte Bischofsreut dargestellt, während im rechten Fenster die Grenzbrücke und der Harlandbach zu sehen sind. Im runden Fenster über dem Eingang wird der Heilige Geist in Form einer Taube dargestellt. Die Madonna und die Figur des St. Wolfgang wurden vom Künstlerehepaar Andreas aus Landau/Isar gefertigt.
Die Glocke wurde von der Gießerei Perner in Passau hergestellt und am 25. Mai 1997 in der Pfarrkirche geweiht. 2002 erfolgte die feierliche Altarweihe durch Bischof Wilhelm Schraml.
Franz Weiboltshamer hat einst im Bischofsreuter Nachrichtenblatt geschrieben: „Diese Kapelle soll eine Einladung zum stillen Gebet, zum Kraftschöpfen für den schweren Alltag, zur gemeinsamen Einkehr und zum Gottesdienst für Einheimische und Gäste sein.”
St. Nepomuk
Johannes Nepomuk ist im Jahre 1393 in Prag vom König Wenzel festgenommen und gefoltert worden, da er ihm verraten sollte, was dessen Frau ihm in der Beichte erzählt hatte. Nepomuk verriet ihm allerdings nichts, sodass der König ihn gefesselt von der Prager Karlsbrücke ins Wasser wurf.
1729 wurde Johannes Nepomuk heilig gesprochen.
Die Heiligenstatue, die in der Kapelle steht, brachte bereits 1869 mit 12 weiteren Statuen als Leihgabe vom Bistum zur Einrichtung der Notkirche der erste Pfarrer von Bischofsreut Raymund Moser hierher. Nachdem die Pfarrkirche fertig gestellt war, wurden alle Statuen wieder nach Passau gebracht, nur die Statue vom Hl. Nepomuk blieb in Bischofsreut. In der neuen Kirche war allerdings kein Platz für ihn, sodass er in die Hände des Bischofsreuters Lorenz Schrank kam. Dieser platzierte die Heiligenstatue auf einem Altan an seinem Haus, wo er nun auf die Bischofsreuter herunter blickte.
Bischofsreut war zu dieser Zeit ein berühmtes Schmugglerdorf. Bei einer Razzia kam man auf die Idee, in der Aushöhlung der Figur Schmugglergut zu verstecken. Es hatte sich gezeigt, dass in den Heiligen gut ein halber Zentner Sacharin, ein in der Schweiz hergestellter Süßstoff, passte. 1916 hörte der Schmuggel auf und das lukrative Schwärzen war vorbei.
Die aus Granitsteinen erbaute Kapelle, die sich an der Straße von Bischofsreut nach Leopoldsreut am Ortsausgang befindet, wurde am 16. Mai 1966 zu Ehren des Heiligen Johannes von Nepomuk feierlich eingeweiht.
Über Jahrzehnte wurde der Sacharinheilige in den Wintermonaten zum Schutz vor der rauen Witterung in die Pfarrkirche St. Valentin gebracht. In einer feierlichen Prozession begleiteten die Gläubigen das Fuhrwerk mit der Statue dann alljährlich im Mai zu seiner Kapelle. Schließlich wurde hinter dem Eisengitter der Kapelle eine Verglasung angebracht, so dass der Sacharinheilige auch den rauen Bayerwaldwinter ohne Schäden übersteht.
Jedes Jahr findet nun im Mai ein Bittgang mit anschließendem Freiluftgottesdienst bei der Nepomuk-Kapelle statt.