Pfarrkirche St. Maximilian

Ein Rundgang durch die Kirche von Pfarrer Dr. Michael Gnan

Betritt man den Kir­chen­raum, so fällt sei­ne, für eine Dorf­pfarr­kir­che, über­durch­schnitt­li­che Grö­ße auf. Damals erstreck­te sich das Ein­zugs­ge­biet der Pfarr­kir­che bis Böh­misch Röhrn / Neu­thal (heu­te Tschechien).

Die wun­der­bar bemal­te Holz­de­cke wird vor dem Pres­by­te­ri­um mit einem statt­li­chen Quer­bal­ken abge­schlos­sen, der die Inschrift tragt: AGNUS DEI QUI TOL­LIS PEC­CA­TA MUN­DI (Lamm Got­tes, Du nimmst hin­weg die Sün­den der Welt).

An der Unter­sei­te des Quer­bal­kens ist der Hei­li­ge Geist als geschnitz­te Tau­be angebracht.

Im Pres­by­te­ri­um erhebt sich der impo­san­te Hoch­al­tar, ent­wor­fen vom Archi­tek­ten Micha­el Kurz. Die Bild­hau­er­ar­bei­ten fer­tig­te Karl Bau­er (Mün­chen), der Altar­auf­bau stammt von der Fir­ma Christ! (Pas­sau), der Taber­na­kel von der Fir­ma Ehren­böck (Mün­chen). Das Fas­sen und Ver­gol­den besorg­te die Fir­ma Schel­lin­ger und Sche­rer (Mün­chen). (Alle Anga­ben ent­nom­men aus der Pfarr­chro­nik des Pfarrverbands.)

Im Pres­by­te­ri­um befin­den sich vier Bunt­fens­ter, die 1928 Franz X. Kur­län­der (Pas­sau) aus­führ­te. (vgl. Hand­buch Bis­tum Pas­sau 2010, S. 182)

Links (v.B.) ist die Hei­li­ge Katha­ri­na (Attri­but: Ein Rad) abge­bil­det, rechts die Madon­na mit dem Jesuskind.

Auf der lin­ken Sei­te des Pres­by­te­ri­ums gestal­ten noch zwei wei­te­re far­bi­ge Glas­fens­ter mit Dar­stel­lun­gen der Hei­li­gen Hed­wig (Attri­but: Eine Kir­che) und des Hei­li­gen Maxi­mi­li­an (Attri­bu­te: Bischofs­stab, Schwert und Bibel) den Kirchenraum.

Die Hei­li­gen wur­den ent­spre­chend der Stif­ter gewählt: Maxi­mi­li­an, Hed­wig, Katha­ri­na und Maria Seibold.

Der lebens­gro­ße Kor­pus des gekreu­zig­ten Hei­lan­des wird von der Mut­ter Maria (I.v.B.) und dem Lieb­lings­jün­ger Johan­nes umrahmt.

Neben Maria steht der Patron der Kir­che, der Hei­li­ge Maxi­mi­li­an mit den bereits erwähn­ten Attri­bu­ten, sowie mit einem nach­emp­fun­de­nen Wap­pen des Bischofs Sigis­mund Felix, die Figur neben dem Hei­li­gen Johan­nes, stellt den Hei­li­gen Valen­tin mit Bischofs­stab, Buch und einem kran­ken Buben dar. Der Legen­de nach soll der Hei­li­ge Valen­tin einen an Epi­lep­sie lei­den­den Jun­gen geheilt haben.

Bemer­kens­wert erscheint neben den geschnitz­ten Klein­fi­gu­ren des Engels, der mit dem Kelch das Blut aus der Sei­ten­wun­de Chris­ti auf­fangt und dem Lamm Got­tes zu
Füßen Chris­ti auch die klei­ne Figu­ren­grup­pe zu Füßen Mari­as mit dem Spruch­band VON ABO­NEN­TEN DES ALT­ÖTT. LIEB. FRAU­EN­BO­TEN”. Offen­sicht­lich hat der Abon­nen­ten­kreis die Kir­che wesent­lich mitfinanziert.

Die Wand­bil­der im Pres­by­te­ri­um und im Kir­chen­schiff (Sei­ten­al­ta­re) mal­te Paul Thal­mei­er (Mün­chen) im Jah­re 1929. Das lin­ke Gemäl­de im Pres­by­te­ri­um stellt den Ein­zug Jesu auf einem Esel rei­tend nach Jeru­sa­lem dar. Das Gemäl­de mit dem Spruch­band HOSAN­NA DEM SOH­NE DAVIDS DER DA KOMMT IM NAMEN DES HERRN”, wird vom Glas­fens­ter der Hei­li­gen Hed­wig durchbrochen.

Das Gemäl­de auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te zeigt die Abend­mahls­sze­ne mit den Wor­ten Jesu: NEH­MET HIN UND ESSET DENN DAS IST MEIN LEIB DIES TUT ZU MEI­NEM ANDENKEN”.

Inter­es­sant erscheint, dass bei bei­den Bil­dern in der Schar der Apos­tel Maria (oder Maria Mag­da­le­na) mit Hei­li­gen­schein dar­ge­stellt ist.

In den Stich­kap­pen des Pres­by­te­ri­ums sind die christ­li­chen Sym­bo­le dargestellt:

In der Mit­te das gleich­schenk­li­ge Drei­eck mit dem Auge Got­tes (Zei­chen der Drei­fal­tig­keit), links (v.B.) das Alpha, rechts das Ome­ga (Anfang und Ende), sowie auf bei­den Sei­ten das Pax-Zei­chen (das Frie­dens­sym­bol Chris­ti), sowie JHS (Grie­chisch: Jesos, Hyos, Soter; Deutsch: Jesus, Sohn, Erlö­ser — im Volks­mund auch Jesus Hei­land, Seligmacher)

In der Apsis des Pres­by­te­ri­ums ist das Lamm Got­tes sicht­bar, wie in der Offen­ba­rung des Johan­nes beschrie­ben im Vers: Wer ist wür­dig das Buch zu öff­nen und sei­ne
Sie­gel zu lösen? ( Off 5,2 )

Die bei­den Sei­ten­al­ta­re sind über die gan­ze Kir­chen­wand gemalt. Der Mari­en­al­tar zeigt lei­den­de Men­schen, die zu Maria flehen.

Das Mari­en­bild mit dem Jesus­kind und Engel wird von dem Spruch umrahmt: DU HEIL DER KRAN­KEN DU TROST­E­RIN DER BETRUB­TEN BITT FUR UNS”.

Die Madon­nen­fi­gur stammt aus Süd­ti­rol, aus dem Jah­re 1976.

Der Jose­fi­al­tar zeigt eben­falls als über­gro­ßes Wand­ge­mäl­de gegen­über dem Mari­en­al­tar die Stei­ni­gung des Hei­li­gen Ste­fa­nus. Der Pro­to-Mär­ty­rer liegt am Boden, neben ihm das Kreuz als Zei­chen des Mar­ty­ri­ums. Unter den stei­ne­wer­fen­den Pei­ni­gern fällt eine Gestalt auf, die mit dem Zei­ge­fin­ger auf den Stein in sei­ner Hand zeigt. Ver­mut­lich han­delt es sich hier um Sau­lus (den spä­te­ren Apos­tel Pau­lus), der mit die­ser Ges­te die Unschlüs­sig­keit des spä­te­ren Völ­ker­apos­tels ausdrückt.

Die Kan­zel mit den vier Evan­ge­lis­ten (eben­falls von Paul Thal­mei­er bemalt) ist von der obe­ren Sakris­tei aus zuganglich.

Die Orgel von der Fir­ma Hiendl (Pas­sau) wur­de 1930 fer­tig­ge­stellt. Die Bema­lung der Empo­re stammt eben­falls von Paul Thal­hei­mer. Uber die Empo­ren­brüs­tung zieht sich
der Spruch: HEI­LIG HLG * HLG * IST DER HERR, GOTT DER HEER­SCHA­REN HIM­MEL UND ERDE SIND VOLL SEI­NER HERRLICHKEITEN”.

Als äußerst geglückt kann man die 14 Kreuz­weg­bil­der von Paul Thal­hei­mer bezeich­nen, die das Kreu­zes­ge­sche­hen sehr ein­drucks­voll darstellen.

Das gemal­te Krie­ger­denk­mal im hin­te­ren Bereich (links v.B.) tragt die Namen der Gefal­le­nen des Zwei­ten Welt­kriegs aus der Gemein­de und den umlie­gen­den Ortsteilen

Haid­müh­le, Haid­hau­ser, Lud­wigs­reut, The­re­si­en­reut und Auers­ber­greut (Maler nicht ermittelt).

Die bei­den geschlos­se­nen Beicht­stüh­le stam­men aus dem Jah­re 1960 von der Fir­ma Salzer.

Der gan­ze Bau der Kir­che ist aus hei­mi­schem Bruch­stein errich­tet, die Fens­ter­ein­fas­sun­gen mit Zie­geln untermauert.

Der Stil der Kir­che folg­te einer neu­er Sach­lich­keit, die aus dem Jugend­stil erwach­sen ist.

Vier Glo­cken aus Bron­ze han­gen im Kirch­turm. Die Glo­cke zu Ehren des Hei­li­gen Maxi­mi­li­an (Per­ner, 1976), die Glo­cke zu Ehren der Jung­frau Maria (Per­ner, 1952), die Glo­cke zu Ehren des Hei­li­gen Josef (Per­ner, 1952) und eine Glo­cke aus Bron­ze aus dem Jah­re 1927.

Die Haid­müh­ler Pfarr­kir­che besitzt auch eine Unter­kir­che, die dem Bru­der Kon­rad geweiht ist.